WAS SIND HAMMERZEHEN – URSACHEN

Als Hammerzehen (Digitus malleus) wird eine Fehlstellung der Zehen 2 bis 5 bezeichnet. Dabei ist das Zehengrundgelenk nach oben überstreckt und das Zehenmittelgelenk nach unten gebeugt. Das Endgelenk befindet sich beim Hammerzeh wieder in Streckung. Ist das Endglied in einer Beugeposition, spricht man vom Krallenzeh. Der zweite Zeh ist am häufigsten betroffen. Durch die Länge des Zehenknochens entstehen beim zweiten Zeh als Folge der Fehlstellung auch die größten Probleme wie Druckstellen und Hühneraugen auf der Oberseite. Durch die zunehmende Verstärkung der Fehlstellung kommt es zu einer Zunahme der Druckstellen auch auf der Fußsohle im Bereich des zweiten und dritten (selten des vierten) Mittelfußköpfchens. Langfristig führt dies zur Versteifung der Zehengelenke und später zu einer Arthrose sowie starken Schmerzen an den Druckstellen. Diese Fehlstellung macht es der kurzen Fußmuskulatur immer schwerer, phyasiologisch zu arbeiten und den Abrollprozess aktiv zu steuern. Die dadurch fehlende Abstoßkraft am Schrittende muss durch andere Muskeln – wie z.B. der Wadenmuskulatur – übernommen werden, was zu weiteren muskulären Dysbalancen führt.

Als Ursache ist primär der Senkfuß zu nennen. Die Beuger- und Streckermuskeln der Zehen können die „Verlängerung“ des Fußes nicht mitmachen und „verkürzen“ folglich den Fuß durch die Überstreckung und Beugung der Zehen. Der Senkfuß kann unterschiedliche Ursachen haben: eine zu schwache Fußmuskulatur, ein Knick-Senkfuß, verkürzte Wadenmuskulatur, eine eingeschränkte Beweglichkeit im Sprunggelenk, zu starke Gewichtsverlagerung nach vorne und noch vieles mehr.

Begünstigend wirken sicher zu enge und v.a. zu kleine Schuhe, die die Zehen zusätzlich zusammenschieben. Generell wenig Bewegung ist ebenfalls ein verstärkender Faktor. Auch Personen mit stehenden Berufen, hoher Beanspruchung der Muskulatur oder sehr steifen Schuhen haben ein größeres Risiko für die Entstehung von Hammerzehen.